Ausgefuchst – clevere Kids und coole Bücher

„Ausgefuchst – clevere Kids und coole Bücher“ geht in die nächste Runde

Das Leseförderprojekt „Ausgefuchst – clevere Kids und coole Bücher“ wird fortgesetzt und sucht für das Jahr 2023/2024 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.
Initiiert durch die Stadtbibliothek Osnabrück und gefördert durch die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, startete das Projekt 2018 in die erste Runde und wurde im Schuljahr 2021/2022 zum ersten Mal mit ehrenamtlicher Unterstützung realisiert.

Nach diesem erfolgreichen Pilotdurchgang wird „Ausgefuchst“ auch für die nächsten drei Jahre weiterhin gefördert und auf zusätzliche Osnabrücker Grundschulen ausgeweitet. Ziel ist es, durch eine wöchentlich stattfindende „Ausgefuchst“-Stunde den Sprachschatz der Kinder zu erweitern, die Lesefertigkeit zu trainieren, das sinnentnehmende Lesen zu unterstützen sowie Lesefreude, Fantasie und Kreativität zu fördern.

Wer Lust hat, sich für die Leseförderung zu engagieren, Spaß im Umgang mit Kindern, Kreativität, Spontanität und Aufgeschlossenheit mitbringt, ist bei „Ausgefuchst“ genau richtig. Im Oktober und November werden die Ehrenamtlichen von Mitarbeitenden der Stadtbibliothek geschult und erhalten ein Handbuch mit verschiedenen Konzepten, die in der Schule kreativ umgesetzt werden können.
Im Februar 2023 starten die Ehrenamtlichen dann zu Beginn des 2. Halbjahres in einem kleinen Team in den 2. Klassen der teilnehmenden Grundschulen und begleiten über ein Jahr hinweg eine feste Klasse mit einer wöchentlichen Schulstunde voller Leseförderangebote.

Interessierte Studierende des Zwei-Fächer-Bachelors mit dem Fach Germanistik können sich die Teilnahme am Leseförderprojekt in Kombination mit einem Praktikum in der Stadtbibliothek Osnabrück als fachbezogenes außerschulisches Praktikum anerkennen lassen.

Wer weitere Fragen zum Projekt und Interesse hat, sich für die Leseförderung zu engagieren, kann sich bei Anne Witt, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek unter Tel. 0541/323 3483 oder per E-Mail unter witt.a@osnabrueck melden. Die Teilnahme an den Fortbildungen ist für die angehenden Ehrenamtlichen kostenlos.

 

Projektbeschreibung

„Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit.“ Dieses Zitat von Astrid Lindgren beschreibt kurz und knapp, worum es der Stadtbibliothek Osnabrück mit ihrem Leseförderprojekt „Ausgefuchst – clevere Kids und coole Bücher“ geht, dass sie gemeinsam mit zwei engagierten Lehrerinnen der Heiligenwegschule entwickelt hat und das von der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung gefördert wird. Im Zeitalter von Smartphone, Tablet und Co. fällt es nicht immer leicht, Kinder für Bücher zu begeistern. Es flimmern keine Bilder über die Seiten, man kann nichts anklicken und Geräusche gibt es auch keine. Aber vielleicht braucht es manchmal einfach nur jemanden, der den Kindern die Tür zu diesem „grenzenlosen Abenteuer“ öffnet.

Es geht um die Faszination, die von Büchern ausgeht und um die Tiefenwirkung, die das Lesen entfalten kann. Dabei setzt die Stadtbibliothek die ganze Medienbandbreite ein: Bilderbücher, Erzählungen für Kinder, Sachbücher, Zeitschriften, Hörbücher und auch Spiele. Ausgangspunkt für alle Aktionen sind die Stärken der Kinder: ihre Neugierde, ihre Experimentierfreudigkeit und nicht zuletzt die Vielfalt an Herkunftssprachen.

Die Kinder begeben sich auf eine spannende Reise in die Welt der Bücher – Lesetechnik, Textverständnis, Aufmerksamkeit, Fantasie und Wortschatz werden quasi ganz nebenbei gefördert. Aber Geschichten leisten noch mehr: wer sich über Gefühle und Entscheidungen von Protagonisten in einer Geschichte austauscht, lernt, auch die eigenen Gefühle besser einzuordnen und das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen. 

Der erste Projektdurchlauf wurde über 6 Monate von zwei Lehramtsstudierenden der Universität Osnabrück begleitet, die in einer Masterarbeit herausfinden wollte, ob durch die Programme die Lesefreude der Kinder gesteigert werden konnten. Hierfür wurden nicht nur die teilnehmenden Klassen zwei Mal befragt, sondern auch je zwei Parallelklassen, die am Leseförderprojekt nicht teilnahmen. So war es möglich, nicht nur die Entwicklung während des Projektes zu evaluieren, sondern auch Vergleiche mit Parallelklassen zu ziehen.
Sehr gute und schnelle Fortschritte machten die Klassen beim Aufbau des Wortschatzes und beim Textverständnis. Einzelne Schülerinnen und Schüler überraschten die Pädagogen gleich zu Beginn, als sie plötzlich auf dem Schulhof in den Pausen Bücher lasen. Auch der Bücherbus, der einmal pro Woche auf dem Schulhof hält, wurde regelmäßig „gestürmt“. Das ausgelassene Temperament der Kinder, ihre  Freude und ihr Eifer waren greifbar.
Aufgrund des kurzen Beobachtungszeitraums und der relativ geringen Menge der Probanden müssen die Ergebnisse der Evaluation vorsichtig bewertet werden.
Folgende positiven Entwicklungen zeichneten sich aber klar ab:

  1. Der Wortschatz konnte in beiden Klassen erweitert, die Lesetechnik verbessert und das Textverständnis (literacy) vertieft werden.
  2. Die Grundhaltung gegenüber dem Medium Buch, der Bibliothek und dem Lesen konnte positiv beeinflusst und stabilisiert werden.
  3. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten mehr Spaß am Lesen. Dazu haben unter anderem die stetig wechselnde Buchauswahl und die Bereitstellung der unterschiedlichsten Medien (Erzählungen und Sachliteratur) beigetragen.
  4. Die Lesemotivation konnte vor allem in Klasse 2 gesteigert werden.
  5. Die Lesemotivation in Klasse 3 konnte gegenüber der Kontrollgruppe stabilisiert werden.
  6. In beiden Klassen entwickelte sich ein eigenmotiviertes Lesen.

Ein sehr hoher Prozentsatz der Kinder in beiden Klassen griff schon nach der Halbzeit des Projektes gern und freiwillig zum Buch. Dabei waren spannende und humorvolle Titel besonders beliebt, aber auch Sachbücher wurden gerne gelesen. Die Schülerinnen und Schüler selbst attestierten der abwechslungsreichen, wechselnden Buchauswahl den höchsten Förderanteil, erst danach rangieren das Lesetagebuch und das Sammeln der Buchcover für den Lesebaum.

Die Bibliothek hat darüber hinaus wichtige Erkenntnisse gewonnen. Es ist klar geworden, dass der beste Interventionszeitpunkt die zweite Jahrgangsstufe ist, in der die Kinder schon erste eigene Leseerfahrungen sammeln konnten und sich noch in einer grundlagenschaffenden Entwicklung befinden. Zudem ist es für die Schülerinnen und Schüler wichtig, eine feste Bezugsperson über den gesamten Projektzeitraum zu haben, mit der sie das Projekt, vor allem aber auch die Institution, verbinden.
Alle Formate stehen in einer Projektdokumentation zum Download zur Verfügung.

Wozu?

Die Kinder sollen Spaß an Büchern und Freude am Lesen entwickeln. Sie sollen in die Lage versetzt werden, sinnverstehend zu lesen und in der deutschen Sprache sicher zu werden. Denn die Kulturtechnik des Lesens stellt in unserer schriftbasierten Gesellschaft die Grundlage der Kommunikation dar: wer sie beherrscht, dem steht die Welt offen.

Was?

Das Lesen und das Leseverständnis stehen im Vordergrund des Projektes und sollen maßgeblich gefördert werden. Durch fantasievolle und speziell für die Zielgruppe entwickelte Konzepte, die immer ein ausgewähltes Buch in den Vordergrund stellen, werden die Kinder animiert, sich ohne Scheu und mit ganz viel Spaß mit den Büchern zu beschäftigen. Dabei kann flexibel auf die Fragen, Wünsche und Anregungen der Kinder und auch der Lehrerinnen eingegangen werden. Die Leseimpulse, die die Stadtbibliothek Osnabrück gibt, fördern alle Sinne, um jedem Lerntyp gerecht zu werden.

Wie?

Der Schulunterricht, verschiedene Leseformate der Stadtbibliothek Osnabrück und unterschiedliche Leseangebote in der Freizeit werden aufeinander abgestimmt: Ein Mal pro Woche findet in der Schulzeit für die am Projekt teilnehmenden Klassen eine zu Büchern gestaltete Stunde statt. Dabei treten nicht nur die Stadtbibliothek und der Bücherbus in Aktion, sondern auch verschiedene regionale Kooperationspartner aus der Leseförderung, wie der Verein Lesewelt, die Märchenerzählerin Sabine Meyer, Stefanie Scholze, Referentin für Leseförderung von LiesA - Lesen ist ein starker Anfang und der VPAK – Verein zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien. Die Schulklassen werden intensiv vor Ort im Unterricht unterstützt, kommen aber auch regelmäßig in die Stadtbibliothek am Markt, um dort an Autorenbegegnungen und Klassenführungen teilzunehmen. Der Bücherbus der Stadtbibliothek hält in regelmäßigen Abständen entweder direkt auf dem Schulhof oder in unmittelbarer Umgebung und ist für die Schülerinnen und Schüler ein permanenter Lesefutter-Lieferant, in dem die Kinder Aufgaben erfüllen und an den verschiedensten Aktionen teilnehmen.

Dass das Lesen ein Teil des Lebens ist, wird durch diesen „Dreiklang“ der Akteure deutlich: Geschichten finden sich für die Kinder überall, ob in der Schule, am außerschulischen Lernort Stadtbibliothek oder im Rahmen der Freizeitgestaltung.

Teilnehmende Schulen:

2018/2019 Heiligenwegschule

2019/2020 Grundschule am Schölerberg

2020/2021 Konzepterweiterung mit dem Ziel, das Angebot parallel an weiteren Grundschulen zu etablieren

 

Dieses Projekt wird gefördert durch die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung

Konto

Sprachauswahl

Ansprechpersonen:

Anne Witt

Projektkoordination
Tel.: 0541 / 323-3483
E-Mail: witt.a[at]osnabrueck.de

 

Lucie Kleiner

Kulturwissenschaftlerin B.A.
Tel.: 0541 / 323-3465
E-Mail: kleiner[at]osnabrueck.de